Eines der wohl wichtigsten Dinge in der Hundeerziehung ist für mich das Alleine bleiben. Es gibt immer wieder Situationen, in denen der Hund zuhause bleiben muss und deswegen ist es für mich wichtig, das Alleine bleiben über längere Wochen und Monate richtig aufzubauen.

 

Warum fällt es Hunden eigentlich so schwer alleine zu bleiben?  

Zuerst einmal sollten wir kurz klären, warum viele Hunde so große Probleme mit dem Alleine bleiben haben.

Hunde sind Rudeltiere. In freier Wildbahn würden Wölfe ohne ihr Rudel nicht lange überleben. Aus diesem Grund würde dein Hund dich gerne überall hin begleiten.

 

Voraussetzungen für das Alleine bleiben

Bevor du deinen Hund alleine lässt- bzw. mit ihm das Alleine bleiben übst, ist es am besten, wenn er davor richtig ausgelastet wurde und seine Geschäfte erledigt hat. Das bedeutet, ihr geht davor eine schöne große Runde spazieren, in der du zum Beispiel ein paar Suchspiele einbaust. Damit ist er nicht nur körperlich ausgelastet, sondern auch geistig und ihm wird es viel leichter fallen, die Zeit wo du weg bist zu verschlafen.

Wir haben das Alleine bleiben mit einer Box geübt. Also wäre eine Box natürlich auch von Vorteil 😀 Bis Amy elf Monate alt war, ist sie jeden Tag in der Box alleine geblieben. Erst danach habe ich die Box aufgemacht, als ich sie alleine gelassen habe. Bis heute sucht sie sich aber selber die Box aus, um sich die Zeit zurückzuziehen, in der sie alleine ist.

Außerdem sollte in der Box Wasser stehen und ein gefüllter Kong wäre auch toll, dann hat dein Hund am Anfang noch etwas Beschäftigung.

 

In kleinen Schritten zum Erfolg

Dein Hund muss also zuallererst lernen, dass die Box nichts schlimmes ist. Wenn er problemlos rein und raus geht, dann kannst du die Box für ein paar Sekunden wortlos zu und wieder auf machen. Diese Zeitspanne vergrößerst du dann immer ein bisschen mehr.

Wenn dein Hund eine halbe Stunde ruhig und entspannt in der Box liegen kann, dann kannst du anfangen aus dem Raum zu gehen und die Tür hinter dir zu schließen. Hier fängst du auch wieder nur mit ein paar Sekunden an und steigerst die Zeit wieder langsam. Wenn du dich eine halbe Stunde im anderen Raum aufhalten kannst, kannst du zum nächsten Schritt über gehen.

Bevor du ihn aus seiner Box lässt, halte dich noch fünf Minuten im Zimmer auf und mache irgendetwas anderes. Dein Hund soll ja lernen, dass es nichts besonderes ist, wenn du ihn alleine lässt.

Außerdem ist es wichtig, dass du einfach wortlos gehst und wiederkommst. Wenn du deinen Hund verabschiedest und begrüßt, dann wird sich bei ihm eine Erwartungshaltung aufbauen und das Alleine bleiben wird ihm schwer fallen. Er wird sich nicht entspannen, sondern die ganze Zeit auf deine Rückkehr warten.

Wenn ich nach Hause komme, dann steht Amy noch nicht mal auf, sondern bleibt einfach in ihrer Box liegen. Genau so, wie es sein sollte. Daran erkennt man wunderbar, dass es für sie kein Stress ist, wenn ich sie alleine lasse.

Bleibt dein Hund auch problemlos eine halbe Stunde in der Box, wenn du in einem anderen Raum bist, dann kannst du jetzt das erste Mal komplett raus gehen. Am Anfang sollten es auch wieder nur ein paar Sekunden sein. Diese Zeit steigerst du dann in kleinen Schritten.

 

Das Wichtigste kurz zusammengefasst:

  • Dein Hund muss davor richtig ausgelastet sein. Sowohl körperlich als auch geistig,
  • Dein Hund muss genug Wasser in seiner Box haben (dafür eignet sich ein Napf, den man in die Gitterstäbe hängen kann)
  • Steigere das Alleine bleiben in ganz kleinen Schritten und über einen größeren Zeitraum
  • Gehe wortlos und komme wortlos wieder. Verabschiede und begrüße ihn also nicht. Dadurch baust du nur eine Erwartungshaltung beim Hund auf.

Wie sieht es bei euch momentan aus? Kann dein Hund alleine bleiben, oder übt ihr das gerade? Konnte ich alle Fragen für dich beantworten, oder interessiert dich zu diesem Thema noch etwas?

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